Elternbeirat des Asam-Gymnasiums

Aufgaben und Stellung

Aufgaben und Stellung des Elternbeirats

 

1. Rechtliche Stellung

Der Elternbeirat ist die Vertretung der Gesamtheit der Erziehungsberechtigten sowie der Eltern volljähriger Schüler
einer Schule. Der Elternbeirat erfüllt die Informations- und Beratungspflicht gegenüber den Eltern und nimmt deren
Mitwirkungsrechte am Schulgeschehen wahr. Die bayerische Schulgesetzgebung fasst die Rechte des El-ternbeirats
vergleichsweise eng. Der Tätigkeitsbereich des Elternbeirates lässt sich nach drei "Qualitäten" oder Kompetenzgraden
unterteilen.

 
2. Der zustimmungspflichtige oder verbindliche Bereich
 

Er besteht im Wesentlichen aus Entscheidungen oder Anordnungen von Schulleitung oder Lehrerkonferenz,
die zum Vollzug der Zustimmung des Elternbeirats bedürfen. Dies sind auf Antrag der Betroffenen gravierende
disziplinarische Maßnahmen gegen einen Schüler (Entlassung oder Ausschluss). Gegen ein Zwei-Drittel-Votum
des Elternbeirates kann eine derartige Maßnahme nicht sofort vollzogen werden, sondern wird bis zur Entscheidung
durch die Aufsichtsbehörde ausgesetzt (Art.64, 65 EUG).
 
Weiterhin fallen darunter nicht vorgeschriebene, aber als pädagogisch wertvoll ein-gestufte Vorhaben, die für die Eltern
zusätzliche finanzielle Belastungen bringen. Solche sind etwa Schulfahrten aller Art und Fahrten im Rahmen des Schüleraustau-
sches. Sie finden gegen das Veto des Elternbeirats nicht statt. Der Elternbeirat sollte dabei vor allem die Interessen weniger
begüterter Eltern im Auge haben. Einführung neuer Lernmittel, die nicht lernmittelfrei sind, wie Übungsbücher, Arbeitsblätter usw.,
Art. 30 EUG. Die Festsetzung eines unterrichtsfreien Tages und die Abhaltung einer zusätzlichen Klassenelternversammlung
§ 120 GSO zählen ebenfalls zum zustim-mungspflichtigen Bereich.

 

3. Der anhörungspflichtige Bereich

Die umfangreichsten Rechte folgen aus der Pflicht der Schule, den Elternbeirat zu informieren in allen Angelegenheiten,
die für die Schule von allgemeiner Bedeutung sind, vgl. § l13 (1) GSO. Zu diesen kann der Elternbeirat Wünsche,
Anregungen und Vorschläge vorbringen:

  • Grundlegende organisatorische Fragen des Unterrichtsbetriebes. Dazu zäh-len etwa die Versorgung der Schule
    mit Lehrern, Räumen und Unterrichts-material; Beginn und Ende des täglichen Unterrichts; Nachmittagsunterricht;
    Pausenregelung; Einführung neuer Ausbildungsrichtungen oder Sprachen-folgen;
  • Die Zahl der Schulaufgaben, Kurzarbeiten und Stegreifaufgaben sowie kür-zerer Arbeiten im ersten Halbjahr
    der 5. Jahrgangsstufe anstelle von Schul-aufgaben;
  • Veranstaltungen zur Pflege und Förderung der Gemeinschaftsarbeit und schulische Freizeitgestaltung wie Aufbau eines Tutorensystems; Arbeitsgemeinschaften; Fahrten zu Konzer-ten und Theateraufführungen; Wahlunterricht; Teilnahme an Wettbewerben; Schulfeste;
4. Der eigene Gestaltungsbereich

Die Betätigungsmöglichkeiten ergeben sich aus Art. 43 GSO. Schulleiter und Sach-aufwandsträger
müssen sich mit Anregungen und Vorschlägen befassen. Es sollen zu diesem Bereich nur die wichtigsten
Punkte genannt werden:
 
  • Unterrichtung der Eltern in allgemeinen Versammlungen oder themenbezo-genen Veranstaltungen
  • Elternrundbriefe, die die Information der Eltern durch die Schule ergänzen und eine wesentliche
    Kontaktmöglichkeit zwischen Elternbeirat und Eltern-schaft darstellen. Die Wirksamkeit dieser Rundbriefe
    wird durch regelmäßi-ges Erscheinen verstärkt; es ist an vier oder mehr Briefe pro Jahr zu den-ken.
  • Elternspende - Nach § 123 (2) GSO kann der Elternbeirat die Eltern um Geldspenden bitten, mit welchen
    die Ausstattung der Schule ergänzt, Aktivi-täten gefördert, Feiern gestaltet und so das Schulleben bereichert
    und der Schule ein eigenes Gesicht gegeben werden kann. Die Elternspende ist ne-ben Spenden an einen
    Förderverein die geeignetste Möglichkeit, wie Eltern und Freunde ihrer Schule Geld zukommen lassen können.
    Die Elternspende ist steuerlich absetzbar. Jede Einflussnahme der Schule auf Höhe und Verwendung
    der Elternspende ist unzulässig. Gegen eine Wunschliste ist je-doch nichts einzuwenden; der Elternbeirat
    muss gegebenenfalls seine Un-abhängigkeit betonen. Die Mithilfe der Schule bei der Verteilung des Spendenaufrufs
    ist allgemein üblich und zulässig.
5. Amtszeit und Mitgliedschaft  
 
Die Elternbeiratsmitglieder werden auf 2 Jahre in der Wahlversammlung aus der Mit-te der Wahlberechtigten gewählt.
Die Amtszeit beginnt am Ersten des auf die Wahl folgenden Monats. Gleichzeitig endet die Amtszeit des bisherigen Elternbeirats.
Die Tätigkeit im Elternbeirat ist ehrenamtlich. Wahlberechtigt sind alle Erziehungsberech-tigten und Eltern volljähriger Schüler, die wenigstens ein Kind an der Schule haben, außerdem die Leiter von Schülerheimen.
Wählbar sind alle Wahlberechtigten außer den an der Schule unterrichtenden Lehrern; dazu zählen auch nebenberufliche.
Die Durchführung der Wahl regelt § 117 GSO. Ehegatten dürfen nicht gleichzeitig einem Elternbeirat angehören. Die Mitgliedschaft
endet außer mit dem Ablauf der Amtszeit durch Niederlegung des Ehrenamts, mit dem Ausscheiden des Kindes aus der Schule
oder durch Verlust der Wählbarkeit wie etwa bei Übernahme eines Lehrauftrages an der Schule.

Für jeweils 50 Schüler wird ein Elternbeirat-Mitglied gewählt. Die Mindestzahl beträgt 5, die Höchstzahl 12 Mitglieder
Ersatzleute sind alle Kandidaten, deren Stimmenzahl nicht für die Wahl in den Elternbeirat ausgereicht hat. Sie rücken in der
Reihenfolge der erzielten Stimmen bei Bedarf nach. Zur Wahrung der Kontinuität der Arbeit des Elternbeirates können sie
zu informellen Treffen eingeladen werden.

6. Geschäftsgang

Der Elternbeirat berät nichtöffentlich. Er wählt in der ersten Sitzung nach der Wahl Vorsitzende/n, Stellvertreter
und Mitglieder des Schulforums. Empfehlenswert ist die Verteilung weiterer Aufgabenbereiche wie Protokollführung.
 

Sitzungen müssen mindestens dreimal jährlich stattfinden. Empfehlenswert sind 6 bis 8 Sitzungen pro Schuljahr.
Der Vorsitzende lädt ein. Die Einladungen müssen schrift-lich mit Tagesordnung eine Woche vor dem Termin zu den
Teilnehmern gelangen. Als Tagungsort wird grundsätzlich die Schule gewählt. Der Elternbeirat tagt grund-sätzlich
nichtöffentlich.

 

Der Elternbeirat kann die Anwesenheit des Schulleiters sowie eines Vertreters des Sachaufwandsträgers verlangen.
Andererseits muss er Schulleiter und Aufwandsträger auf deren Wunsch anhören.

 

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